Ich beginne, umzudenken
Heute habe ich einen anderen Blick auf mein Projekt gerichtet. Das hat etwas damit zu tun, dass ich das Papier aus Buchseiten als nicht 100-prozentig optimal für Briefumschläge empfinde. Ein Umschlag sieht netter aus, wenn er aus buntem Papier besteht, bilde ich mir ein. Oder wenn wenigstens ein Bild drauf ist.
Heute habe ich am offenen Bücherschrank, wohin ich einiges nicht mehr Benötigtes gebracht habe, vier Exemplare einer Zeitschrift für Druckkunst entdeckt und mitgenommen. So etwas scheint mir besonders gut geeignet, um ansprechende Umschläge herzustellen. Ich habe gleich damit begonnen.
Außerdem habe ich zwei Umschläge aus einem altantiquarischen Wilhelm-Busch-Buch meiner Großmama Willi gebastelt, das schon ziemlich am Auseinanderfallen war. Vorher hatte ich überlegt, ob ich es wirklich machen soll. Das Buch hat mir gefallen, und ich dachte, dass ich es nicht opfern werde. So geht es mir aber mit jedem Werk, dass ich in die Hand nehme. Ich finde tausend Gründe, warum es bleiben muss.
Zum Glück gibt es Antiquariats-Online-Marktplätze, auf denen man nachschauen und feststellen kann, dass solch ein Buch vielleicht schön aussieht, aber für nur wenige Euro gehandelt wird. Auch wenn es alt ist und einen interessanten Inhalt hat. Es gibt zu viele davon. Plötzlich bin ich auf die Idee gekommen, einfach mal Altantiquarisches zum offenen Bücherschrank zu bringen. Das habe ich vorhin probiert. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis die Titel weg sind. Die Leute stöbern dort ja nicht nur, um zeitgemäße Lektüre zu finden, sondern sie freuen sich auch über Bücher, die sie in eine nostalgische Stimmung versetzen.
Mir ist aufgefallen, dass am Wochenende dort ziemlicher Betrieb herrschte, verbunden mit einem stets wechselnden Sortiment. Viele Menschen gehen an den Bücherschrank, suchen nach Lektüre und lassen gleichzeitig eine Menge eigener Sachen dort. Die Titel, die ich am Samstag hineingestellt habe, sind bis auf eines alle schon weg. Auch "Fest zu – Pack aus", dessen Rest-Exemplare den Anstoß zu meinem Briefprojekt gegeben haben. Ich wollte Briefpapier aus den Buchseiten machen, um sie loszuwerden; nun lasse ich das vielleicht. "Fest zu - Pack aus" kommt künftig zum Mitnehmen in den offenen Bücherschrank, eins nach dem anderen. Und die Umschläge mache ich stattdessen aus Büchern mit buntem Papier. Mir fällt auf, dass ich während der Arbeit an meinem Projekt sehr müde werde. Die alten Schätzchen beschäftigen mich ...

Puuuh, ja. Man neigt schnell zu, ganz oder gar nicht und es ist schwer, einen Mittelweg zu finden. Wo es noch Spaß bleibt und nicht zum Stress wird. Hast du mal an Bookcrossing gedacht?
AntwortenLöschenIch meine, da bekommt ja auch wieder Bürger zugesendet. Habe mal kurzzeitig bei solch einer Kette mitgemacht.
LöschenNee, die legt man irgendwo aus, mit einem Brief drin.
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