Das Herbarium meiner Großmutter


 Ich stoße mal wieder auf das Herbarium meiner Großmutter Emi. Sie hatte eine Ausbildung zur Apothekerin gemacht und vielleicht arbeitete sie auch nach ihrer Ausbildung eine Zeitlang als fertige Apothekerin. 

Das Herbarium legte sie mit 23 Jahren an. Sie hatte damals schon ihre typische Handschrift. Ich besitze nicht mehr viel von ihr, insofern ist es schön, das noch zu haben. Ein altes Herbarium hebt man sowieso im Familienarchiv auf. 
Aber mir fällt nicht viel dazu ein, denn ich habe zu Pflanzen wenig Beziehungen. Faszinierend finde ich, dass es fast hundert Jahre alte Gewächse sind. Sie sind nicht vergangen, sondern erhalten geblieben. 

Irgendwann habe ich mal überlegt, ob ich Gedichte zu den Pflanzen aus dem Herbarium schreiben soll. Es ist immer schön, wenn etwas Altes einlädt, sich inspirieren zu lassen. Ich habe den Gedanken aber nicht weiterverfolgt.

Natürlich habe auch ich als Kind Pflanzen gesammelt und gepresst. Und während meiner Buchhändlerinnenzeit hatte ich mir mal ein Pflanzenbestimmungsbuch zugelegt, um die Pflanzen alle kennenzulernen. 

Es blieb beim Vorsatz, es ist nicht so meins. Ich erinnere mich noch, als ich bei einer botanischen Wanderung im Kurpark eine Birke nicht erkannt habe. Die Gästeführerin fragte mich, warum auch immer, inquisitorisch nach den Namen der Bäume. Als ich die Birke nicht erkannte, erklärte sie: "So etwas habe ich ja noch nie erlebt!" Es war peinlich. So viel zum Thema ...

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