Fazit, Finnland und die Nachtigall
Es ist drei Wochen her, dass ich mit meinem Briefprojekt begonnen habe. Auslöser war das Buch, das man im Bild sehen kann: "FEST zu – Pack aus!" der Kulturgruppe Die Verdichter. Das Buch, in dem es um Feste, Migration und die eigene persönliche Geschichte geht.
Ich hatte vier Kisten mit rund 50 Restexemplaren übrig und mir große Gedanken gemacht, ob ich die wirklich wegwerfen sollte. Gebrauchen konnte ich sie nicht mehr, und ich wollte nach und nach entrümpeln. Nachts kam ich auf die Idee, aus den wertvollen Buchseiten – ich fand es einfach so schade um das schöne Papier – Briefumschläge zu falten und mit einem handgeschriebenen Brief zu verschicken.
Mittlerweile sind von den rund 50 Büchern nur noch elf Stück da. Zwei Kisten hab ich tatsächlich weggeschmissen, eine weitere Kiste hat die Mitautorin Jale heute abgeholt, um sie an die Teilnehmer ihres Integrationskurses zum Abschied morgen zu verschenken. Diverse Exemplare habe ich im offenen Bücherschrank in den Kolonnaden untergebracht. Das ist doch ein gutes Ergebnis. Für Briefe habe ich nur einige Buchseiten eines einzigen Exemplars verwendet.
Mein täglicher Brief ging heute über Post Crossing an eine Frau aus Finnland, der ich etwas über meine eigene Zeit in Finnland geschrieben habe. Als ich 14 Jahre alt war, reise ich für einige Wochen mit meiner Tante, meinem Onkel und meinem Cousin in einem VW-Bus durch Finnland. Während dieser Zeit las ich "Wer die Nachtigall stört" von Harper Lee. Es gefiel mir sehr gut. Ich überlege, ob ich dieses Buch wieder einmal lesen soll, fürchte aber, nicht die Zeit dazu zu haben.
Wenn ich eines Tages in Rente bin, das habe ich mir früher immer so vorgestellt, wären Bücherorte meine bevorzugten Anlaufstellen. Lesen, lesen, lesen – aber bis dahin dauert es noch eine ganze Weile ...

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