Alles ist Statistik
Zwischen den vielen alten Büchern und Unterlagen befinden sich zahlreiche blaue Ordner. Wenn ich sie aufschlage, klappe ich sie sofort wieder zu. Ich habe das Gefühl, dass ich mich davon nicht trennen kann, denn sie enthalten Sonderdrucke aus der Feder meines Vaters. Mit Inhalten, die er auf seinem beruflichen Gebiet geschrieben hat, der Statistik. Unweigerlich denke ich über Statistik nach. Auch ich habe von seinen Kenntnissen profitiert, ich denke nur an ein Referat in der Vor- und Frühgeschichte zurück, als ich mit Hilfe meines Vaters ein Gräberfeld durchdatieren konnte. Die zeitliche Belegung lag bis dahin im wissenschaftlichen Dunkel, und der Professor war sehr beeindruckt.
Ja, wenn ich die Aufgabe, die ich mir im Moment gestellt habe – das Entrümpeln – aus statistischer Sicht betrachte: Da habe ich noch viele Monate vor mir. Ich habe seit dem 24. Oktober täglich durchschnittlich 15 Gegenstände weggeworfen. Ganz ehrlich, 26 Tage mal 15 ergibt 390 Gegenstände, von denen ich mich getrennt habe. Das ist sehr wenig, und trotzdem ein großer Aufwand. Schaue ich mich in der Wohnung um, würde ich sagen dass ich meinen Job zu einem Zehntel erfüllt habe. Es gibt diverse Lücken im Regal, das total vollgestellte Zimmer hat nicht mehr nur einen schmalen Gang zum Durchgehen sondern einen etwas breiteren. Das ist soweit ganz in Ordnung. Aber wie gesagt: Aus den zwei Monaten, die ich angesetzt habe, werden insgesamt wohl zehn Monate werden. Mit der Tierärztin habe ich mich heute kurz über Minimalismus unterhalten; sie findet es gut. Ich auch – mal schauen.

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